Die Tradition der Musik-Filme schien eine ganze Weile aus der Mode gekommen zu sein, hat sich aber 2007 doch wieder mal auf der Leinwand gemeldet: die Verfilmung des Broadway-Musicals HAIRSPRAY oder auch der Musik-Film ACROSS THE UNIVERSE, der eine Love-Story in den 60ern mit Hilfe der Songs der Beatles erzählt. Bei diesem Film-Genre gibt es ja leider anscheinend nur zwei Extreme: entweder man liebt sie oder hasst sie abgrundtief. Anscheinend hatten die Produzenten nicht einmal soviel Vertrauen in ACROSS THE UNIVERSE, daß er hierzulande als direct-to-DVD erschienen ist. Schade, denn bei einigen der furiosen und psychedelischen Szenen, hätte die große Leinwand wahrscheinlich ein übriges getan. Die Story an sich ist schnell erzählt: der Hafenarbeiter Jude macht sich auf nach Amerika, um seinen Vater zu suchen. Als er ihn endlich an einer Elite-Uni als Hausmeister findet, ist die Enttäuschung groß. Allerdings lernt er hier Max und dessen Schwester Lucy kennen, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Die drei machen sich auf nach New York, wo sie alsbald in die Wirren der späten 60er verstrickt werden. Was den Film meiner Meinung nach über die Masse heraushebt, ist die Leistung der Hauptdarsteller, die auch sämtliche verwendeten Beatles-Songs selbst intrepretieren. Teilweise wirkt der Film wie ein abgedrehter Drogen-Tripp und ist garantiert nichts für Musical-Hasser. Aber er ist absolut sehenswert.
Oktober 14, 2009
Juli 9, 2007
Yippie-A-Yay, Schweinebacke…
Und wieder einmal greift die Sequel-Mania um sich. Diesmal hat sich Bruce Willis dazu entschlossen, noch einmal in eine seiner bekanntesten Rollen zu schlüpfen: John McLane. Die Film-Reihe, die so brilliant mit dem ersten STIRB LANGSAM-Teil begann, ist leider im Schluss-Spurt kurz vor der Ziel-Geraden in die Knie gegangen.
Der Film hat zwar eigentlich alles, was das Action-Herz begehrt: eine recht interesante und moderne Grund-Idee (Internet-Terrorismus), reichlich Krach, viele Explosionen und haarsträubende Action-Sequenzen, aber irgendwie ist der Serie meiner Meinung nach die Luft ausgegangen. Ich hatte natürlich keine hochtrabende Literatur-Verfilmung erwartet (Gott bewahre: Bruce Willis als Hamlet?
), aber selbst in einer Multi-Millionen-Dollar-Produktion wie dieser sollte man dem Publikum schon ein gewisses Maß an Intelligenz zutrauen. Ein Kampf in einem Jeep, der in einem Fahrstuhlschacht eingeklemmt ist oder ein beherzter Sprung des Helden auf einen vor ihm in der Luft schwebenden Senkrecht-Starters, dessen Pilot sich gerade mal eben mit dem Schleuder-Sitz abgesetzt hat. (Der hat’s dann wenigstens richtig gemacht…
).
Vielleicht hätte man der Figur des John McLane doch nach dem 3. Teil der Serie seinen wohlverdienten Ruhestand gönnen sollen. So nötig scheint Bruce Willis das Geld ja auch nicht zu brauchen.
April 22, 2007
Marktschreier gesucht…
Wolfgang Kramer, Autor von Spielen wie TIKAL, TORRES und HEIMLICH & CO. Der Name birgt für Qualität und unterhaltsame Spieleabende.
Der neueste Streich aus seiner Feder nennt sich DER MARKT VON ALTURIEN und soll – laut eigener Aussage – das erste von mehreren Spielen, die in der oben genannten Stadt abspielen. Das Ziel des MARKTES VON ALTURIEN ist es, ein florierendes Handelsunternehmen aufzubauen und sich mindestens 3 Residenzen zu bauen (gleichbedeutend mit der Siegbedingung). Die Spieler ziehen mit sechs (bzw. sieben) Figuren über den Plan und versuchen dabei, lukrative Kunden in ihre Geschäfte zu locken. Darüberhinaus inevstiert man in neue Geschäfte, Investitionen und die schon genannten Prestigeobjekte.
Das Spiel ist toll ausgestattet und wenn ich ehrlich sein soll, habe ich es mir anfangs nur wegen der Illustrationen gekauft. Hatte auch ein wenig Bedenken, daß hier wieder einmal Ausstattung / Optik über das Spielprinzip siegen würde. Aber dem war glücklicherweise nicht so.
Das Spiel hat eine nicht zu unterschätzende Glückskomponente durch die Würfel, mit denen man die Kunden bewegt. Man MUSS nämlich ziehen, auch wenn dies Nachteile bringt. Allerdings bietet sich bei sechs bzw. sieben Charakteren eigentlich immer wieder eine Möglichkeit. DER MARKT spielt sich recht zügig. Bei drei Runden mit insgesamt jeweils zwei Spielern hat eine Runde immer durchschnittlich 40 Minuten gedauert. Ich gehe davon aus, daß sich diese Zeit aber garantiert bei voller Mitspielerzahl (2 – 6) sind auf der Packung angegeben, gut auf eine bis anderthalb Stunden dehnt.
Mir hat das Spiel sehr viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie Herr Kramer seine Saga um ALTURIEN weiterspinnen wird.
April 2, 2007
Karaoke für Anfänger… :-)
Romantische Komödien – die einen lieben sie, bei den anderen lösen sie permanenten Brechreiz aus. Aber sie bedienen halt einen Markt, der immer noch groß genug ist, dass sehr oft immer neue Vertreter dieses Genres in den Kinos aufschlagen. Die neueste „romantic comedy“ ist „Mitten ins Herz – Ein Song für Dich“. (Die Übersetzung von englischen Filmtiteln treibt manchmal schon seltsame Blüten. Für mich persönlich trifft „Music & Lyrics“ viel besser den Nagel auf den Kopf…)Hugh Grant spielt hier einen abgehalfterten Pop-Star der 80er. (Liebe Kandidaten von DSDS: seht Euch den Film gut an, wenn ihr wissen wollt, wie sich eure „Karriere“ entwickeln kann…) Seine Gruppe „Pop“ hatte nur einen einzigen Hit, von dem er immer noch zehrt und sich in ein paar haarsträubend witzigen Szenen (mit viel zu engen Hosen) vor kreischenden Hausfrauen zum Affen macht. Als ihm von einem aufstrebenden Pop-Sternchen der Auftrag zukommt, einen neuen Hit zu schreiben, steht er vor dem Problem, dass er seit Jahren nicht mehr komponiert hat. Wie gut, dass genau in diesem Moment Drew Barrymore als Pflanzenpflegerin (mit „schwarzem“ Daumen) in sein Leben tritt und als Hobby-Texterin den brachliegenden kreativen Fluss wieder ans Laufen bekommt.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zur ersteren Gruppe von oben genannten Personen gehöre in bezug auf romantische Komödien. Diese hier funktioniert auch erstaunlich gut, da erstens die Chemie zwischen Grant und Barrymore stimmt und der Film mit einer herrlichen Anzahl von durchgeknallten Nebenfiguren gespickt ist. Vor allem die Schwester von Drew Barrymores Charakter, die hoffnungslos in Grants Charakter verknallt ist und sich innerhalb weniger Sekunden in einen kreischenden Teenie zurückverwandelt, ist der Hammer!
Auch wenn der Film es dem Zuschauer sehr leicht macht (da er in jeglicher Weise vorhersagbar ist) ist er dennoch – meiner Meinung nach – empfehlenswert. Die Dialoge sitzen genau richtig und Hugh Grant ist sich nicht zu blöde, sich richtig schön zum Affen zu machen. Außerdem sind auch die Lieder ziemlich gut. Kleiner Tipp: bitte genau auf die englischen Texte achten. Sie sind teilweise einfach nur zum Brüllen!
März 4, 2007
Puzzle komplett?
Jetzt ist es geschafft: die Trilogie um den JIGSAW-Killer ist endlich vollendet. Der dritte Teil der Horror-Film-Saga SAW ist in den deutschen Kinos aufgeschlagen.
Das Problem der amerikanischen Film-Industrie, aus jedem Kassenschlager sofort eine funktionierende Geldmaschine mit unzähligen Sequels zu machen, ist berüchtigt. Man nehme nur die Serien um JASON und FREDDY KRUEGER. SAW scheint auf den ersten Blick auch auf dieser Basis aufgebaut zu sein. War der erste Teil noch ein Überraschungserfolg und schlug mit seiner fiesen Schluß-Pointe so ziemlich alles, was man bis dato im Kino gesehen hatte, rutschte der zweite Teil leider zu einer (zugegebenermassen recht intelligenten) Schlachtplatte ab. Daher waren meine Befürchtungen an den dritten Teil ziemlich hoch.
Das Positive vorab: es bleiben endlich einmal absolut keine losen Enden bei einer Filmserie über. Alles, was noch an offenen Fragen aus den ersten beiden Teilen übriggeblieben ist, wird beantwortet. Er wartet, wie schon seine beiden Vorgänger, auch wieder mit einem schönen Handlungs-Twist auf, der allerdings nicht mehr ganz so überraschend ist, wie im ersten Teil. Und auch der Blut- und Ekelfaktor hält sich erstaunlicherweise im Rahmen. Er ist in einigen Passagen recht drastisch und an zwei Stellen (in meinen Augen) auch extrem eklig.
Mein Fazit: im Gesamtbild ist SAW III recht gut gelungen. Er mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber er ist wesentlich besser von der Handlung und vom Drehbuch her als der schwache zweite Teil. Allerdings bin ich auch der Meinung, daß man JIGSAW jetzt endlich seine letzte Ruhe gönnen sollte.
Schräger als Fiktion
Es ist schon seltsam, welche Stilblüten manchmal die Übersetzung von englischen Filmtiteln treibt. Aus „Stranger than fiction“ so etwas zu zaubern wie „Schräger als Fiktion“ ist schon amüsant.
Ich war anfangs etwas skeptisch, was mich bei dem Film erwarten würde. Die Besetzung verspricht einiges: Emma Thompson, Dustin Hofman, Queen Latifah und… Will Ferell. Der Letztgenannte liess mich schon ein wenig aufhorchen; kannte ich ihn doch bis jetzt nur aus Chaos-Komödien. Aber ich bin eines Besseren belehrt worden.
Die Handlung des Films wird dem Titel vollkommen gerecht: Will Ferell spielt einen durchschnittlichen Angestellten der Regierung, der urplötzlich in seinem Kopf eine Stimme (Emma Thompson) hört, die sein Leben kommentiert. Diese Stimme macht ihm unmißverständlich klar, daß sich sein Leben auf eine Katastrophe zubewegt: er wird unweigerlich sterben. Emma Thompson ist eine Autorin, die sich ausgerechnet Will Ferells Charakter als die Hauptfigur ihres neuen Romans ausgesucht hat. Nun versucht Will Ferell das Unvermeidliche zu vermeiden. Ob ihm das gelingt, sollte man sich selbst ansehen.
Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen. Er hatte einige sehr absurde Stellen, die sehr zum Lachen gereizt haben, aber auch einige sehr zu Herzen gehende rührende Momente. Aber der Film schafft es auch immer wieder das Ruder rechtzeitig herumzureissen. Schönes intelligentes Kopf-Kino, was es leider hier in Deutschland allzu schwer hat, ein Publikum zu finden. (Wie auch schon am gescheiterten Film THE PRESTIGE abzulesen war.)
Februar 25, 2007
nicht ganz gelungen…
Was kann man von einer Erweiterung für das Spiel des Jahres erwarten? Ich hätte mir für meinen Teil gerne ein paar neue Ideen für den Spielablauf erwartet. Leider kann man das für GLANZ & GLORIA, die erste Erweiterung für THURN & TAXIS nicht sagen.
Das Spiel an sich ist von der Ausstattung her gesehen sehr schön. Aber das konnte ich auch vom Hauptspiel aus sagen. In der Schachtel befindet sich ein neuer Spielplan, die dazu passenden Stadtkarten und eine Reiterfigur, deren Sinn mir vollkommen schleierhaft ist. Leider hat der Verlag es versäumt, die benötigten Holzhäuschen aus dem ersten Spiel beizulegen. Meiner Meinung nach eine extreme Unverschämtheit, da die Erweiterung nur zwei Euro günstiger ist als das Original-Spiel. Da hätte man auch noch die Häuser beilegen können.
Das Spiel an sich hat ein paar neue Ideen, wovon meiner Meinung nur nach eine richtig interessant ist. Es fehlen die Kutschenkarten aus dem Grundspiel. Anstelle dessen muss man die Rückseite der ausliegenden Stadtkarten auch noch als Pferde nutze, die vor die Kutschen gespannt werden. Ohne die angespannten Pferde dürfen die ausgelegten Strecken nicht gewertet werden.
Ich gebe zu: ich war anfangs ziemlich skeptisch, ob das zweite Spiel zu THURN & TAXIS funktionieren würde. Nach drei Spielrunden muss ich aber zugeben, daß ich ziemlich viel Spaß hatte. Die grundlegenden Mechanismen haben sich nicht geändert und das Spiel ist meiner Meinung etwas flüssiger geworden, da man eigentlich nie eine falsche Karte ziehen kann. Man kann jede Karte, die nicht direkt in die geplanten Strecken passen, als Pferde vor die Kutschen spannen.
Mein Fazit fällt etwas zwiespältig aus: das Spiel an sich gefällt mir ganz gut, aber es hätte nicht unbedingt sein müssen. Die Veröffentlichung sieht extrem nach Geldmacherei des Verlages aus.
Februar 22, 2007
Chance vertan ?
Die Umsetzung von Rollenspielen in andere Spiel-Systeme birgt meiner Meinung nach immer ein gewisses Risiko. Man legt sich auf eine bestimmte Klientel Spieler fest oder man riskiert, dass Spieler, die sich sozusagen „unbedarft“ an die Spiele herantrauen, keinen Zugang ins Spiel finden.
Gestern konnte ich das Kartenspiel VAMPIRE: DARK INFLUENCES (basiert auf dem White Wolf-Rollenspiel-System VAMPIRE: THE REQUIEM) testen. Wir haben das Spiel direkt in Maximal-Besetzung mit fünf Spielern getestet, wovon nur zwei das entsprechende Rollenspiel kannten.Im Spiel versucht man als Vertreter eines vampirischen Clans Einfluss auf ausliegende Charakter-Karten zu erlangen und später dann auch zu verteidigen. Dieser Einfluss wird durch sogenannte Blut- & Regnancy-Counter geregelt. Die Übernahme-Versuche werden durch simple Würfel-Proben geregelt. Um das Spiel ein wenig interessanter zu gestalten, hat jeder Spieler die Möglichkeit, das Spiel mit Hilfe von Ereignis-Karten und sogenannten Disziplinen (übernatürliche Fähigkeiten, die die Vampire besitzen) zu beeinflussen.
Mein Fazit fällt etwas gespalten aus: ich kenne das Rollenspiel und habe es auch schon als solches gespielt. Vom optischen Standpunkt her kann man DARK INFLUENCES nicht ans Zeug flicken. Die Grafik ist 1:1 an das Regelwerk des Rollenspiels angelehnt und sehr stimmungsvoll. Auch das Spielmaterial (die Vampir-/Charakter-/Ereignis-Karten) sind grafisch ansprechend. Was ich allerdings als Frechheit empfinde ist, das man in ein Spiel, was erwiesenermaßen auf Würfel-Proben fußt, nur einen einzigen Würfel beilegt. Die Counter, die man beidseitig verwendet, sind auch gut zu unterscheiden und recht zweckmäßig.Wir haben an unserer ersten Runde (wahrscheinlich auch aufgrund einiger eklatanter Regelfragen) sehr lange gespielt und haben das Spiel vorzeitig nach knapp 2,5 Stunden beendet. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass sich die Spieldauer bei entsprechender Kenntnis der Karten und der Regeln verkürzt.Alles in allem würde ich das Spiel eher denjenigen empfehlen, die schon ein wenig in das Rollenspiel-System hineingeschnuppert haben. Alle anderen werden wahrscheinlich Probleme mit dem Zugang ins Spiel bekommen.
Februar 20, 2007
Confessions
Habe mir letztens die Konzert-DVD von Madonna zur CONFESSIONS-Tour gekauft und bin einfach nur hin und weg. Das, was diese Frau mit über 50 Jahren auf der Bühne an Show hinlegt, ist einfach nur beeindruckend. Hätte nicht gedacht, dass sie es immer noch schafft, eine dermassen geniale Show hinzulegen. Schade, dass ich das nicht live mitkriegen konnte.
Hallo!!!
So, dann bin ich endlich auch unter die Blogger gegangen. Mal sehen, was die Sache hier bringt. (Und wen ich mit meinen „geistigen Ergüssen“ erfreue…
)
Bis denn dann
Andreas